Arbeiten Sie mit diffusem Licht, neutralem Hintergrund und einem festen Ablauf: Gesamtansicht, Ansichten aller Seiten, Unterseite, Innenleben, Verbindungspunkte, Beschläge, Maserung, Schäden. Nutzen Sie Maßstabskarten oder Lineale im Bild, um Größen vergleichbar zu machen. Benennen Sie Dateien konsequent nach Inventarnummer und Perspektive, ergänzen Sie Schlagwörter zu Holzart, Datierung und Werkstatt. So werden Fotos zu verlässlichen Gedächtnisstützen, die spätere Pflegeentscheidungen, Versicherungsfragen und fachliche Einschätzungen untermauern.
Ein guter Eintrag umfasst eine klare Identifikation, kurze Beschreibung, vermutete Datierung, Maße, Material, Konstruktion, Zustand, Nutzungsgeschichte, Quellenlage und Pflegeempfehlungen. Ergänzen Sie ein Feld für offene Fragen und nächste Schritte, etwa Materialanalysen oder Gesprächsanfragen. Verknüpfen Sie Belege, Tonaufnahmen und Fotos direkt. Halten Sie jede Änderung datiert fest, damit Entwicklungen nachvollziehbar bleiben. So wird der Katalog nicht zur Schublade, sondern zur lebendigen Arbeitsgrundlage, die alle Beteiligten sicher durch Entscheidungen führt.
Bewahren Sie Kopien an mindestens zwei physisch getrennten Orten und einer Cloud mit Versionierung. Prüfen Sie regelmäßig Lesbarkeit, Dateiformate und Zugriffsrechte. Legen Sie Zugangsnotizen in Papierform bei den Möbelunterlagen ab, damit Angehörige die Sammlung weiterführen können. Nutzen Sie offene, langfristig nutzbare Formate für Texte und Bilder. Dokumentieren Sie Softwarestände, Ordnerstruktur und Verantwortlichkeiten. So bleibt das Wissen robust gegen Gerätewechsel, Unfälle oder versehentliches Löschen und steht zuverlässig bereit.
Beginnen Sie mit staubfreiem Arbeiten, weichen Pinseln in Profilen und fusselfreien Tüchern. Testen Sie Reinigungsmittel an verdeckter Stelle. Verwenden Sie harz- und säurearme Wachse dünn, polieren Sie erst nach dem Ablüften. Vermeiden Sie Silikone, weil sie spätere Restaurierungen erschweren. Schützen Sie Kanten und Intarsien vor Feuchtigkeit. Notieren Sie Datum, Produkt und Reaktion der Oberfläche. So entsteht eine nachvollziehbare Pflegeroutine, die Glanz beruhigt zurückbringt, ohne Patina zu überdecken oder Substanz zu gefährden.
Stauben Sie Polster mit niedriger Saugkraft und weicher Bürste, sichern Sie lose Fäden mit Insektennadeln bis zur Begutachtung. Prüfen Sie Farbstabilität mit feuchtem Wattestäbchen an verdeckter Stelle. Nutzen Sie milde, rückstandsarme Reinigungsmethoden und vermeiden Sie starkes Reiben. Lagern Sie lose Bezüge flach, dunkel und atmungsaktiv. Setzen Sie auf präventiven Motten- und Silberfischschutz durch Sauberkeit und dichte Aufbewahrung. Dokumentieren Sie jeden Schritt, um später richtige Entscheidungen über Festigung, Ersatzstoffe und Nähtechniken treffen zu können.
Unterscheiden Sie Messing, Eisen, Stahl oder Kupferlegierungen und testen Sie Politur stets minimal. Entfernen Sie losen Rost mechanisch sehr sanft, vermeiden Sie aggressive Chemie. Nach der Reinigung schützt ein dünner Mikrokristallinwachsschnitt. Isolieren Sie Metall nicht luftdicht, damit Restfeuchte entweichen kann. Achten Sie auf Kontaktkorrosion zwischen unterschiedlichen Metallen. Dokumentieren Sie Schrauben und Beschläge vor Demontage mit Fotos. So bleibt Funktionalität erhalten, ohne historische Spuren zu löschen oder ungewollte Veränderungen zu riskieren.





