Beginnen Sie je nach Zustand des Holzes mit mittlerer Körnung und arbeiten Sie sich in gleichmäßigen Schritten bis zu feiner Körnung vor. Faserabrisse, Ausrisse oder ungleichmäßige Bereiche werden so minimiert. Endkorn verdient besondere Aufmerksamkeit, da es mehr Öl aufsaugt und schneller abdunkelt. Staub mit weicher Bürste und Mikrofasertuch entfernen, anschließend nicht mehr mit bloßen Händen über die Fläche wischen. Ein ruhiger, wiederholbarer Ablauf sorgt für gleichmäßige Saugfähigkeit und eine Oberfläche, die Öl aufnehmen kann, ohne fleckig zu wirken.
Jedes Holz reagiert anders: Tannine, Dichte, Porenstruktur und Vorbehandlungen beeinflussen Farbe und Eindringtiefe. Tragen Sie das gewählte Öl oder Hartwachsöl zuerst an verdeckter Stelle oder auf einem Reststück auf. So erkennen Sie, wie stark die Maserung angefeuert wird, ob Flecken auftreten oder zusätzliche Porenfüllung nötig ist. Eventuell hilft ein Vorwässern und Zwischenschliff, um hochstehende Fasern zu beruhigen. Mit diesem kleinen Test sparen Sie Material, Zeit und Frust, weil Anpassungen gelingen, bevor die große Fläche betroffen ist.
Ölgetränkte Tücher können sich bei falscher Lagerung durch Wärmeentwicklung selbst entzünden. Deshalb Lappen stets ausgebreitet an einem sicheren Ort vollständig trocknen lassen oder in luftdicht verschließbaren Metallbehältern zwischenlagern, idealerweise mit Wasser. Während der Trocknung gut lüften, direkte Sonneneinstrahlung und Staub vermeiden. Herstellerhinweise zur Aushärtung respektieren, denn fühlbare Trockenheit bedeutet nicht vollständige Vernetzung. Wer diese Sicherheitsroutine verinnerlicht, schützt Werkstatt, Wohnung und Projekt, ohne Angst vor Risiken. So bleibt das gute Gefühl, verantwortungsvoll zu arbeiten.